Altenheim Am Steinberg - Ein Gesprächskreis zum Thema „Schlesien“

Am Dienstag, den 21.08. kam Fr. Renate Mälzig zu uns in den Gesprächskreis. Sie war  für „Kultur im Koffer“ als

Kulturbotin unterwegs, ein Angebot der Markusgemeinde. 17 interesierte Bewohner und Angehörige waren gekommen, um ihr zuzuhören und mit ihr ins Gespräch zu kommen. Es stellte sich heraus, dass einige der Teilnehmer in Schlesien geboren waren: in Hirschberg, Liegnitz, Gleiwitz, Breslau oder Landeshut.

Die Teilnehmer erinnerten sich gern an kulinarische schlesische Spezialitäten wie Mohnpielen, „Liegnitzer Bombe“, ein Pfefferkuchenteig mit dunkler Schokolade umhüllt. Erinnerungen wurden auch geweckt bei der Beschreibung eines traditionellen schlesischen Weihnachtsessens: Schlesische Weißwürste mit Sauerkraut und einer Pfefferkuchensoße. Auch in Hildesheim haben schlesische Gerichte Einzug gehalten. So bieten einige Bäcker z. B. schlesischen Mohnkuchen an. Wir haben festgestellt, dass durch Essgewohnheiten oder andere Traditionen Kulturelles an die Nachfahren oder andere Interessierte weitergegeben werden können und damit Verluste oder traurige Erinnerungen verwandelt werden können.

Fr. Mälzig wusste auch einiges zu berichten über Herrenhäuser und Schlösser im Hirschberger Tal wie z. B. das Schloss Lomnitz, dass von der Familie Küster restauriert

und so wieder aufgebaut wurde, wie man es vor dem Krieg kannte.

Sehenswert ist auch das Gerhard-Hauptmann-Haus in Agnetendorf im Riesengebirge. Besonders schön seien die Ausmalungen im Erdgesschoss, die die Kulisse

des von Gerhard Hauptmann geschriebenen Stücks „Hanneli´s Himmelfahrt“ zeigten. In diesem Stück spielte auch Käthe Kruse als Schauspielerin mit.

Die 1. Etage wurde nach dem 2. Weltkrieg Zentrum und Treffpunkt für schlesische Schriftsteller. Als über das Riesengebirge gesprochen wurde, erinnerten sich einige Bewohner an den Berggeist  „Rübezahl“.

Fr. Mälzig berichtete von einer Zeit nach den Greueltaten im 2. Weltkrieg, die dann besonders schwierig für deutsch sprechende Kinder wurde. Da es verboten wurde, öffentlich deutsch zu sprechen, litten Kinder,  die sich nicht daran hielten, unter Repressalien durch Erzieherinnen.

Die Zeit war wie im Flug vergangen und alle waren sich einig, Fr. Mälzig um eine Fortsetzung ihrer interessanten Erzählungen zu bitten. Diese Veranstaltung ist für Oktober geplant.